#WirlesenFrauen-Neujahrskalender / Sabrina Zelezný

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff!

 

 

Heute bei mir: Sabrina Železný, die uns mit ihrem Inkapunk-Roman Feuerschwingen nach Südamerika reisen lässt. Außerdem könnt ihr natürlich wieder etwas gewinnen.

Auf Schreibtreib bei Eva findet ihr heute ein Interview mit der Autorin Kate Fianna.

Schreibtrieb: Wie reagierst du, wenn jemand sagt, dein Schreiben sei ja nur »Hobby«?

Sabrina Železný: Tatsächlich kommt es selten vor, dass das jemand sagt. Ich habe da wirklich Glück mit meinem Umfeld, das mein Schreiben nicht nur als wichtiger Bestandteil meines Lebens akzeptiert, sondern auch ernstnimmt und unterstützt. Etwa im NaNoWriMo im November, wo Familie und Freund*innen durchweg wissen, dass ich an einem Roman schreibe und mein Sozialleben in dieser Zeit drastisch zurückfahre.
Häufiger als die Hobby-Bemerkung begegnet mir die Frage, ob ich denn vom Schreiben leben könne oder etwas damit verdienen würde. Der Tonfall der Frage kann variieren, von unverhohlener Herablassung über irritierte Skepsis bis zu ehrlicher Neugier habe ich da schon alles erlebt.
Meistens reagiere ich da geduldig, erkläre, wo ich gerade stehe und wo ich hinwill. Die Frage kommt eben oft von Menschen, die wenig Einblick haben, wie der Buchmarkt funktioniert, also sowohl im klassischen Großverlagsbetrieb wie auch im Selfpublishing. Oft ergeben sich da spannende Gespräche, wenn wir die Floskeln hinter uns lassen und ich ein bisschen darüber erzählen kann, was es da eigentlich für Abläufe und Strukturen gibt.

Schreibtrieb: Empfehle das Buch einer Autorin

Sabrina Železný: Da möchte ich gern Von Rache und Regen von Annette Juretzki nennen – ich durfte das lektorieren, aber es hat sich schnell auch zu einem persönlichen Lesehighlight für 2018 gemausert. Es ist Fantasy in einem eisenzeitlichen Setting, dichtes Worldbuilding mit wundervoller Mythologie und vielen Anleihen aus dem slawischen Raum sowie faszinierenden und facettenreichen Figuren, die mir auch nach dem Lesen noch lang im Gedächtnis geblieben sind. Und dazu eine traumhaft schöne, poetische Sprache. Ach ja, und Regen. Sehr viel Regen.

Schreibtrieb: Dein Lieblingsgetränk für kalte Wintertage?

Sabrina Železný: Wenn es alkoholisch sein soll, heißer Met – ansonsten liebe ich würzigen, gern gut gesüßten Chai.

Schreibtrieb: Mhm, Chai mag ich auch sehr. Schreibst du nach (Zeit-)Plan?

Sabrina Železný: Nach Plan im Prinzip ja, nach Zeitplan nicht immer.
Ich plotte meine Romane recht gründlich, weiß aber, dass Pläne sich ändern und Figuren eine gewisse Eigendynamik entwickeln können. Oder dass ein Roman sich im Schreibprozess auch mal extrem sperren kann, weil es eben an irgendeiner Stelle hakt, die ich aber erst finden muss. So etwas kann den Zeitplan ganz schnell über den Haufen werfen.
Etwas anders sieht es natürlich aus, wenn externe Deadlines ins Spiel kommen, etwa, weil ein Verlag auf ein Projekt wartet – oder die Agentur es mit auf die nächste Buchmesse nehmen will. Dann ist mein Zeitplan deutlich verbindlicher.
Der inhaltliche Plan wiederum gibt mir Orientierung und Sicherheit, ist aber nicht starr: Ich denke mir den immer wie einen vor einem Ausflug erstellten Routenplan, aber unterwegs bleibt immer Zeit für Alternativrouten und Umwege über Trampelpfade.

Schreibtrieb: Hast du auch eine liebste Winternascherei?

Sabrina Železný: Eindeutig Panettone – bzw. Panetón, wie es auf Spanisch heißt! Obwohl dieser fluffige Weihnachtskuchen eigentlich aus Italien stammt, habe ich ihn in Perú kennen und lieben gelernt, denn da gehört er fest zur Weihnachtszeit. Streng genommen ist es da zwar keine Winternascherei, weil auf der Südhalbkugel im Dezember ja Sommer ist … aber hier verbinde ich Panetón mit kalten Tagen und heißer Schokolade.

Schreibtrieb: Woran schreibst du gerade?

Sabrina Železný: Aktuell an meinem Fantasyprojekt »Sturmkolibri« – es geht um ein abgelegenes Andendorf in einem alternativen Perú, in dem Magie als tödliche Krankheit betrachtet wird und sich auch so verhält, um ein Wasserfest, bei dem es keinen Streit geben darf, und eine Protagonistin, die sich währenddessen sowohl mit einem charismatischen Zwietrachtsdämon als auch einer Magie-Infektion herumschlagen darf

Schreibtrieb: Wie wichtig ist dir Vielfalt in deinen Geschichten?

Sabrina Železný: Sehr wichtig. Da meine Projekte häufig in Lateinamerika oder einer magisch-alternativen Version davon spielen, ergibt sich kulturelle und ethnische Vielfalt in der Regel quasi von selbst. Das verlangt mir aber auch immer gründliches Nachdenken über angemessene und respektvolle Darstellung ab und ist ein stetiger Lernprozess. Denn auch als Schauplatz phantastischer Stoffe möchte ich Lateinamerika weder exotisieren noch kulturelle Aneignung betreiben, sondern im besten Fall Sichtbarkeit und Bewusstsein schaffen.
Auch andere Aspekte von Diversität berücksichtige ich mittlerweile zunehmend bewusster, auch und gerade im Hinblick auf die Präsenz von Frauen. Den Bechdel-Test empfinde ich da oft als hilfreiches Werkzeug, um auf die Schnelle zu prüfen, ob die Flugrichtung stimmt.
Aber Vielfalt umfasst ja noch zahlreiche weitere Bereiche – und da sehe ich mich weiterhin in einem Lernprozess und mache mir bei jedem Projekt neue und intensivere Gedanken.

Schreibtrieb: Liebe Sabrina, ganz lieben Dank für deine Zeit. Am Ende stelle ich noch ein paar Assozationsfragen.

Mit Sahne oder ohne? Ohne!

Heiße Schokolade mit Marshmallows oder Eis mit Karamell? … hat hier jemand heiße Schokolade gesagt?! Heiße Schokolade!

Heizung oder Kamin? Kamin!

 

Kennt ihr schon Inkapunk?

Sabrina Železný hat für euch ein Print und zwei ebooks ihres Romans Feuerschwingen mitgebracht, der eine Mischung aus Inkapunkt und Science Fiction ist. Etwas ganz Besonderes also, es lohnt sich, mitzumachen. Die Frage: Wie heißt Gonzalos Sterngaleone? Die Antwort findet ihr in der Leseprobe. Schreibt eure Antwort ins Formular. Viel Glück und viel Spaß beim lesen.

Klappentext:

Gold! Für Inka und Iberer der wichtigste Rohstoff ihrer Weltraumflotten, seit sie die Erde verließen – und ein Zankapfel, der die alte Feindschaft ihrer Völker neu befeuert.

Umso verbissener suchen zwei ungleiche Männer nach dem sagenhaften Eldorado. Manco, Sonnenstaffelpilot der Inka, wittert ein Abenteuer, während Gonzalo,suspendierter Kommandant einer iberischen Sterngaleone, den eigenen Ruf retten will. Doch als Manco und Gonzalo auf der Erde stranden, müssen sie zähneknirschend zusammenarbeiten. Plötzlich steht mehr auf dem Spiel als Rätsel und Reichtum, aber kann das Zweckbündnis der beiden anders als mit Verrat enden?

Hier ist eine Leseprobe für euch:  Feuerschwingen

Links zu Rezensionen:
Literatopia: https://www.literatopia.de/index.php?option=com_content&view=article&id=25999:feuerschwingen-sabrina-zelezny

Geek-Germany: https://www.geek-germany.de/review-buch-feuerschwingen

Heute endet der Neujahrskalender für mich und ich hatte sehr viel Spaß. Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen euch 8 fantastische und auch mir noch unbekannte Autorinnen vorstellen zu können.

Hier findet ihr nochmal alle zusammen

Ich wünsche euch ein fantastisches Lesejahr 2020!

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei