#WirlesenFrauen-Neujahrskalender / Marie Mönkemeyer

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff!  Außerdem könnt ihr bei Eva auf Schreibtrieb heute Anni Bürkl kennenlernen.

Heute bei mir: Marie Mönkemeyer, die mit ihrem Fantasyroman Kurs Südmeer eine meiner liebsten Abenteuerfiguren mitgebracht hat: eine Kapitänin unter Piraten. Außerdem findet man Marie bei den Teilzeithelden einem Magazin für Rollenspiel

Eva hat mit Marie wieder ein fantastisches Interview geführt. Ihr wollt wissen wer Maries Lieblingsautorin ist und woran sie gerade schreibt? Dann lehnt euch zurück und macht es euch gemütlich. Es gibt natürlich wieder etwas zu Gewinnen. Habt viel Spaß beim lesen und lasst euch in die Südsee entführen.

Schreibtrieb: Liebe Marie, schön, dass du mitmachst. #WirlesenFrauen will mehr Aufmerksamkeit für Autorinnen. Was ist eigentlich so schlimm am Begriff „Frauenliteratur“?

Marie Mönkemeyer: Mit dem Begriff wird immer eine gewisse mAbwertung verbunden. „Frauenliteratur“ gilt immer automatisch als inhaltlich belanglos, als „zwar ganz nett, aber nicht hochwertig“, da kann sie sprachlich noch so literarisch sein. „Frauenliteratur“ ist sozusagen keine „richtige“ Literatur und ihr Inhalt gilt als minderwertig, besonders wenn es „nur“ um Gefühle geht. Wenn dagegen ein Mann über die Schwierigkeiten schreibt, als junger Mensch seinen Platz in der Welt zu finden, ist das Weltliteratur.
Diese Abwertung beschränkt sich leider nicht auf den Inhalt, „Frauenliteratur“ bekommt oft weniger Aufmerksamkeit, weniger Preise, weniger Marketing, weniger Bestsellerlistenplätze… und irgendwa
nn kommt jemand auf die Idee und behauptet, Frauen könnten bestimmte Genres gar nicht schreiben.

Schreibtrieb: Was muss sich ändern, damit Frauen im Literaturbetrieb gleichberechtigt behandelt werden?

Marie Mönkemeyer: Weg mit der Herablassung über „Frauenliteratur“! Einen anderen, diverseren literarischen Kanon auf die Lehrpläne der Schulen und Universitäten. Und natürlich gleiches Geld für gleiche Arbeit, es liegt etwas im Argen, wenn Übersetzerinnen schlechter bezahlt werden als männliche Kollegen, die Vorschüsse für Autorinnen oft geringer ausfallen und die Chefetagen der Verlage überwiegend männlich besetzt sind, obwohl ganze Lektoratsabteilungen nur aus Frauen bestehen.

Schreibtrieb: Absolut! Welche Autorin bewunderst du?

Marie Mönkemeyer: Ursula K. Le Guin für ihre großartige Art zu erzählen (lest alle „The Dispossessed“ von ihr oder „The Left Hand of Darkness“ oder „Powers“ oder… egal, lest sie alle), Jane Austen für Sprache und Beobachtungsgabe (lest auch alle Bücher von ihr) und auch Nora Roberts für die unglaubliche Menge Bücher, die sie geschrieben und veröffentlicht hat.

Schreibtrieb: Wie ist das bei dir? Schreibst du nach (Zeit-)Plan?

Marie Mönkemeyer: Letztlich ja. Ich plane mir Zeiträume zu schreiben ein, auch wenn das nicht immer klappt, schließlich kann auch immer etwas dazwischen kommen. Ich bin aber auch eine begeisterte Unterwegs-Schreiberin, zum Beispiel im ICE, ohne Notizbuch und Bleistift gehe ich selten aus dem Haus.
Auch inhaltlich schreibe ich grob nach Plan, ich erstelle mir ein Gerüst aus Szenen, bevor ich schreibe, aber auch das ist immer flexibel und wird angepasst, vor alle
m beim ersten Überarbeitungsdurchgang.

Schreibtrieb: Wie sieht deine Schreibstimmung aus?

Marie Mönkemeyer: Konzentriert natürlich. Ich brauche immer etwas zu trinken (siehe auch die Assoziationsfragen). Es hilft mir, zu meinem aktuellen Projekt passende Musik zu hören, um tiefer und schneller reinzukommen. Manchmal ist es auch gut, wenn ich kein Internet habe, damit ich mich nicht bei einer „schnellen Recherche zwischendurch“ irgendwo in den Tiefen des Netzes verliere.

Schreibtrieb: Woran schreibst du gerade?

Marie Mönkemeyer: Während ich dieses Interview beantworte, ist eine Liebesgeschichte mein aktuelles Schreibprojekt. Sie handelt von zwei Menschen, die sich über ein Computerspiel kennenlernen.

Schreibtrieb: Ha, das würde ich gerne lesen. Was würdest du heute anders schreiben?

Marie Mönkemeyer: Einiges, oft sind es nur Details, die mir jetzt auffallen. Aber die Geschichten sind jetzt draußen in der Welt und ich kann sie nicht zurücknehmen. Ich kann nur das, was ich jetzt anders machen würde, diese gedanklichen Anstöße, mit in das nehmen, woran ich jetzt schreibe und versuchen, es jetzt anders zu machen. Aber das ist in Ordnung, das ist ein ständiges Lernen und Weiterentwickeln.

Schreibtrieb: Was ist das Kurioseste, das du je recherchiert hast?
Marie Mönkemeyer: Wie bei vielen Schreibenden enthält auch meine Browser-History einige sehr seltsame Dinge. Einmal habe ich für eine Romanübersetzung recherchiert, wie die allgemeine Bezeichnung für Menschen lautet, die auf einer Bohrinsel arbeiten. Auf Bohrarbeiter wäre ich wirklich nicht gekommen.

Schreibtrieb: Was ist das tollste Kompliment, das du je zu deinen Büchern bekommen hast?

Marie Mönkemeyer: Ich habe mal zu einer Kurzgeschichte gehört, da habe „echt jedes Wort eine Bedeutung“ und meine Lieblings-Testleserin schrieb mir mal an den ersten Auftritt einer Nebenfigur „ich habe ein Bild.“ Aber ich freue mich über jedes Kompliment, auch ein einfaches Toll oder eine gute Bewertung auf einer der entsprechenden Plattformen tut gut und ist für mich (und viele andere Schreibende) sehr sehr wichtig. Sie helfen unter anderem an schlechten Tagen, ich hab mir dafür eine Sammlung angelegt.

Schreibtrieb: Liebe Marie, es hat mich sehr gefreut, dich hier begrüßen zu dürfen. Kommen wir zum Schluss zu den Assoziationsfragen.

Tee oder Kaffee? Tee (vorwiegend Kräutertee)

Heiße Schokolade mit Marshmallows oder Eis mit Karamell? Heiße Schokolade

Sofa oder Sessel? Egal, Hauptsache Füße hochlegen

Lila oder Orange? Orange

Decke oder Kissen? Decke

 

Leinen los!

Zur Verlosung hat Marie Mönkemeyer ihren Piraten-Liebesroman Kurs Südmeer mitgebracht. Um zu gewinnen, füllt auf Schreibtrieb das Formular aus und verratet uns, wie ihr euer Piratenschiff nennen würdet.

In der Zwischenzeit könnt ihr in Maries Buch reinlesen. Sie hat mir eine Leseprobe zur Verfügung gestellt anlässlich des #wirlesenfrauen Neujahrskalender. Danke dafür.

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Klappentext

Um Gefühle ging es bei der Verlobung von Sabella Cardunetti nicht. Die horasische Witwe hoffte sehnlichst auf einen Ehemann jenseits des Südmeers und auf gnädiges Vergessen. Doch der Vergangenheit zu entkommen, erweist sich als deutlich schwieriger als angenommen. Pericomo ya Frecelli, frisch geweihter Diener der Göttin Peraine, wollte eigentlich nur Ziergärten bepflanzen und im Hospital aushelfen. Sabella samt schundromanliebender Zofe zu begleiten kam in seinen Plänen ebenso wenig vor, wie die anderen Komplikationen auf der Reise. Elissea Braiolini, Kapitänin des Piratenschiffs Morgentau, liebt Rum, Gold und ihre Freiheit. Als auch nach Wochen noch keine Beute in Sicht ist und die Mannschaft unruhig wird, verlässt sie kurzerhand die vertrauten Gewässer, um ein Schiff kapern – mit ungeahnten Folgen für alle Beteiligten.

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