Jennifer Egan / Black Box

 

Verlag: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
erschienen: 2012
Seiten:89
Übersetzt von Brigitte Walitzek
Kosten: 9,95 Euro

The New Yorker-Jennifer Egan/Black Box

Klappentext: Für ihren erfolgreichen Roman »Der größere Teil der Welt« erhielt Jennifer Egan den Pulitzer-Preis und zahlreiche andere Auszeichnungen – nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihrem Werk immer wieder mit Erzählweisen experimentiert und verblüffend präzise unser heutiges Lebensgefühl trifft oder sogar Blicke in die Zukunft wagt.
Für ihre neue Geschichte »Black Box« gibt es noch keine Bezeichnung, denn auch hier betritt sie Neuland: Die Story wurde getwittert und erschien erst, nachdem die Kurznachrichten gesendet waren, gebündelt im New Yorker. In der festgelegten Zeichenzahl von 140 Zeichen pro Tweet entfaltet Jennifer Egans Text eine ungeheure Explosionskraft. Eine namenlose, auf sich gestellte Frau ist auf einen hochrangigen Verbrecher angesetzt: Ihre Aufzeichnungen entfesseln eine atemberaubende, von Agententhrillern inspirierte Verfolgungsjagd, offenbaren dabei aber auch schonungslos den Umgang mit weiblicher Schönheit und technisch aufgerüsteten Körpern – eben als Black Box.

>Ich habe mich gefragt, wie man einen literarischen Text schreiben könnte, der sich für die Verbreitung über Twitter eignen würde. Das ist natürlich keine ganz neue Idee, aber lässt sich ielfältig ausschöpfen – denn es hat etwas sehr Intimes, Menschen über ihr Handys zu erreichen, und mit 140 Zeichen kann erstaunliche Poesie entstehen. Mir fielen dazu eine Reihe knapper Mitteilungen ein, die eine Spionin aus der Zukunft, die irgendwo am Mittelmeer einen Undercover-Einsatz bestreitet, gedanklich übermittelt. Ihre Botschaft habe ich von Hand in ein japanisches Notizbuch eingetragen.<< Jennifer Egan

In einen so kurzen Band viel Spannung und Poesie hineinzustecken, ist ein große Kunst. Die Geschichte der Spionin die einen Mann entlarven soll geschrieben nur in Form von Gedanken die sie in Black Boxen speichert, ist sehr gelungen. Vielleicht hätte mir damals die Idee, eine Geschichte häppchenweise auf Twitter zu lesen, noch mehr gefallen. Das Experiment ist Jennifer Egan gelungen.

> Es gehört zu deiner Mission, unbeachtet, aber dennoch präsent zu sein.<<

>>Menschen sehen nur selten so aus, wie man es erwartet, selbst wenn man Fotos von ihnen kennt.<<

Ein schmales Büchlein, das uns ein Stück in die Zukunft mitnimmt, zu einer Zeit in der Gedanken auf Geräte übertragen, gespeichert und zur Verbrechensbekämpfung ausgewertet werden. Eine Frau die sich als „Schönheit“ ausgibt und alles riskiert um nicht aufzufliegen. Tolles kurzes Buch für Leser*innen die auf extravagante Schreibstile stehen.

 

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